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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


06.07.2007 
Lat 56° 13,1' N      Lon 016° 17,8' E
Flaute trotz Sturmwarnung! Segeltörn von Karlskrona nach Grönhögen auf Öland
Schon gestern hatten wir beschlossen, heute ggf. erst später auszulaufen - der letzte Törn war anstrengend genung - sooooo früh auslaufen.

Für heute heißt es von allen Stationen wieder Sturm- und Starkwindwarnung für die südliche und ie zentrale Ostsee. Doch die Vorhersagegebiete ist einfach zu groß, um auch für alle Randbereiche korrekt zu sein. Lt. Windfinder.com sollen es nur bis zu max. 10 kn sein - statt der von den offiziellen Stationen vorhergesagten NW-W mit 5-6 Bft nebst Schauerböen.

So laufen wir um 1200 aus und können die Segel setzen und mit ruhiger Fahrt nutzen. 1 sm vor der S-Tonne Klotet haben wir dann nur noch 1-2 Bft. aus SW und später sogar umlaufend mit 0-1 Bft. - die Crew entscheided sich von Kristianopel auf Grönhögen auf Öland um, wo wir um 1900 innen am Außenkai längsseits festmachen. Nun haben wir schon 349 sm auf der Logge und hoffen, dass wir morgen wenigstens wieder ein kleines Stückchen weiter kommen und ggf. in Kalmar einen Hafensturmtag einlegen können.

Grönhögen ist ein kleiner, beschaulicher Ort auf Öland, in dem es erst spät morgens Brötchen geben wird und ansonsten kaum weitere Infrastruktur bietet.

Der Törnbericht der Crew folgt später.


05.07.2007 
Lat 56° 10,2' N      Lon 015° 35,5' E
Funktioniert die Wettertörnplanung?
Zunächst soll es lt. DWD schwach umlaufend sein, dann NW-W-drehend, zunehmend 7 mit Sturmböen, Sichtverschlechterungen, See 2-3 m. Nur mit dieser Information würden wir nicht auslaufen! Windfinder.vom und MeteoCom prognostizieren detaillierter, was für uns konkret bedeutet: NW-W zunächst 3-5 Bft.; später Mitte der Hanö-Bugt 2-3 und nachmittags N 1-2; dto. die Prognose von MeteoCom.

Also doch noch auslaufen und zwar so früh wie möglich. Aus 0500 wird zwar 0530 und die erste Stunde müssen wir motoren und dann kommt der Wind: bei 5-6 Bft. aus NW setzen wir die stark gereffte kleine Genua und das Groß mit zwei Reffs. Das Groß nehmen wir aufgrund 8ter Böen später völlig weg und laufen auch nur mit der Genua gut nach NO. Die aggressiven Wellen verführt zwei zum Fischefüttern... doch Markus hält durch und der Skipper kennt Seekrankheit nicht... Gegen 1100 haben wir den Wind schon aus NNE - weiter auf NE drehend - das heisst kreuzen in der Hanö-Bucht - allerdings mit abnehmenden Winden, so dass wir selbst das Großsegel wieder setzen können, wenn auch zunächst nur mit Reff 1. Leider vermasselt uns der anhaltende Regen mit seinen kräftigen Schauern den Segelspaß und wir beschliessen, die letzten 1,5 Stunden bis zur Ansteuerung Karlskrona zu motoren und um 1640 sind wir fest im Päckchen - froh, über so detaillierte Wettersysteme zu verfügen.

Der Törnbericht der Crew folgt später.


04.07.2007 
Lat 55° 28,3' N      Lon 014° 17,5' E
Zweiter Sonnentag auf der Segelreise von Kiel nach Stockholm
Umlaufend von 2-3 Bft, E-drehend, später N -NW, zunehmend um 6 Bft; einzelne Schauer-böen, vorübergehend diesig, See 0,5-1 m. Eigentlich nicht schlecht, um die südost-Ecke von Schweden zu erreichen... oder sogar mehr zu schaffen...

Doch auch heute verspachen sich die Wetterfrösche - die S-lichen Winde frischen zwischendurch mal auf bis zu 4 Bft auf, was uns auf unseren östlichen Kursen gut vorankommen lässt, doch ab 1230 beginnt die Flaute - eine Stunde später hängt selbst das Parasail schlaff herab. Wir motoren die letzten beiden Stunden nach Skillinge und können dort endlich mal in kurzen Hosen herum laufen.

Nun haben wir 233 sm auf der Logge - doch durch das teilweise Kreuzen gegen den Wind und den vergeblichen Versuch Bornholm anzulaufen, max. rund 200 sm von über 500 sm des Segeltörns gut gemacht. Und nun kommen auch noch Sturm- und Starkwindwarnungen für die nächsten 4 (!) Tage vom Seewetteramt Hamburg und über das NAVTEX herein... Keine schönen Aussichten - eigentlich wollten wir nach einer Woche Öland passiert haben und dann mehr Zeit für den schwedischen Schärengarten um Stoockholm und evtl. Gotland zu haben - aber so... Nun gut, wie schon im letzten Jahr beim Göteburg-Törn, müssen halt www.Windfinder.com
und MeteoCom (das bordseitige Wetterprognosesystem der Anthana) benutzt werden, um die Sturmlücken effektiv zu nutzen...

Für die Mitsegler sieht es so aus:
Ablegen Trelleborg 0740 - frei nach Motto: der frühe Segler fängt den Wind. Das glückt erst mal, wieder mit Unterstützung des Parasails. Wie gestern verlässt uns die Windsee zunehmend, sodass wir schließlich unter Motor den Rest der Strecke zurück legen müssen. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen laufen wir 1540 in Skillinge ein und können - man höre und staune - die Shorts das erste Mal herauskramen. So sitzen wir bei Kaffe und Schokolade und genießen das Hafenkino, Privileg derer, die früh am Tag ankommen. Skillinge ist ein kleiner feiner Hafen mit Einkaufsmöglichkeit - einzig ein Bankomat ist im gesamten Ort nicht aufzutreiben. Heute auf der Speisekarte: Bunter Salat und Spaghetti Bolognese.

Zum Nachtisch gibt es einen herrlichen Sonnenuntergang.

Die Wetterprognose laut DWD sieht für die nächsten Tage Sturm mit Windstärken von 7-11 Bft. voraus. Nach Konsultation von Windfinder und MeteoCom, die regional und zeitlich differenzierte Windangaben enthalten, lautet die Entscheidung für morgen: 0400 aufstehen und um 0500 auslaufen, damit wir zur Zeit, wenn der Sturm ankommt, uns schon Mitte der Hanö Bugt befinden, wo es dann deutlich ruhiger sein soll - anstatt vier Tage in Skillinge fest zu sitzen.


03.07.2007 
Lat 55° 08,1' N      Lon 013° 10,2' E
Erreichen wir Bornholm?
Der DWD verspricht uns herrliche Winde um 4 aus SW, dazu mal wieder Schauer- und Gewitterböen und zeitweise diesig, See 0,5-1 m.

Um 0845 will Blouwbaars ablegen, wir verschieben das Frühstück kurz und wir müssen uns direkt an den Steg verholen. Eine Stunde später laufen wir mit Kurs auf Bornholm aus und ab Blaekes Flak setzen wir statt der Genua das Parasail - raume Winde um 4 bescheren uns eine Fahrt von 8,5 - 9,5 kn, so dass wir schon frohlockengegen 2000 in Rönne auf Bornholm festzumachen. Doch zu früh gefreut: Der Wind schläft mittags ein und selbst das Parasail bringt uns nur noch auf 3 kn Fahrt - die Hochrechnungen liegen nun zur Frühstückszeit des nächsten Tages - mit der geringen Anzhal an Crewmitgliedern ist aber kein Nachttörn möglich - Bornholm muss nun aufgegeben werden und selbst Ystad ist noch zu weit weg... ungern wählen wir Trelleborg als Zwischenziel, wo wir um 1945 als Dritter im Päckchen liegen.

Die Mitsegler sehen den Tag so:
Heute sieht es nach idealen Segelbedingungen aus. Wind 3-4, Sonne, ein paar Wolken, unser Wunschziel ist Rönne. Nach einer Weile stimmen wir gemeinschaftlich für das Ausprobieren des Parasails und haben eine gute Weile richtig Fun. Dann schläft uns leider der Wind immer mehr ein. Schließlich müssen wir Bornholm aufgeben, ebenso das Parasail und laufen Trelleborg an.
Der Hafen ist eher hässlich und tags wie nachts ist Fährverkehr. Wir legen uns außen an zwei Yachten, von denen eine Grundberührung mit einem Felsen hatte und einen Teil ihres Ruders einbüßte.
Menü des Tages ist Tomaten mit Mozzarella und Hühnchencurry mit Ananas und Reis.


02.07.2007 
Lat 54° 48,9' N      Lon 012° 20,0' E
längerer Törn von Heiligenhafen nach Klintholm
Lt. DWD / Seewetterdienst Hamburg sollen wir E-SE 3-4 bekommen - später aber SW um 4, Schauer- und Gewitterböen, strichweise wieder diesig, See 0,5m.

Vor dem Auslaufen bunkern wir noch Diesel und um 1000 geht es dann los. Da wir gestern (nur) bis Heiligenhafen kamen und noch rund 500 sm bis Stockholm vor uns liegen, ist es Zeit für einen längeren Törn... wenn der Wind nur halten würtde, was der DWD verspricht! Um nicht zuviel Zeit bis zum Fehmarnsund zu verschenken, kreuzen wir nicht bei 2-3 Bft gegenan sondern motoren sogar bis Staberhuk, da der Wind weiter nachlässt. Der Segelversuch ab Staberhuk bringt ganze 3 kn Fahrt - deutlich zu gering für die geplante Strecke... also Jockel wieder an - letztendlich kommt den ganzen Tag mehr kein vernünftiger Wind mehr auf und wir haben auch noch Gegenstrom mit bis zu 1 kn, so dass wir um 2115 in Klintholm im Päckchen bei der niederländischen Motoryacht Blouwbaars festmachen - 68 sm Strecke nach Stockholm gut gemacht.

Die Crew sieht den Tag so:
Der Tag beginnt leicht sonnig, allerdings kaum Wind. Da wir noch Gas und Diesel bunkern müssen, kommen wir erst gegen 10:00 Uhr wirklich los. Unter Maschine bis Staberhuk und dann mal sehen. Wir setzen dort Segel, machen aber nur 3 Knoten. Etappenziel ist Klintholm, bei der Geschwindigkeit ist selbst Gedser weit weg. Also Motor an, Genua ´runter, Kegel hoch und weiter geht es – in den Nebel. Die Sicht wird schlechter, die neblige Stimmung mit surrealem Licht ist allerdings unglaublich und lässt das Motoren vergessen.
Seltsamerweise bekommen wir immer höhere Wellen bei kaum Wind, was eine elende Schaukelei bedeutet. Da wir spät ankommen werden, ist die Idee aufgetaucht auf See zu kochen. Das Schnippeln unter Deck trägt nicht gerade zum Wohlbefinden bei. Nach einer Weile befindet sich die Crew recht desolat an Deck, Björn füttert die Fische und der Skipper kocht Paella. Wie das so ist mag dann keiner so recht etwas essen.
Festmachen in Klintholm längsseits der MS Blauwbaars gegen 21:00 Uhr, danach schmeckt es auch sofort wieder.


01.07.2007 
Lat 54° 28,3' N      Lon 010° 53,9' E
Gegen den Wind nach Heiligenhafen
Der DWD / Seewetterdienst Hamburg prognostiziert schwache Winde, später SE um 4, Frühnebelfelder, strichweise diesig und See 0,5 m.

So laufen wir um 0915 aus und motoren bis Höhe Marina Wentorf, wo wir die Segel setzen und mit 37° hoch am Wind segeln. Um die Mittagszeit müssen wir aufgrund starker Diesigkeit die Navilichter und den aktiven Radarreflektor einschalten - zum Glück nur für rund eine Stunde. Trotz insgesamt 58 sm (statt normalerweise rund 38) sind wir bereits um 1710 vor der Osttonne vor Heiligenhafen und besprechen das Anlegemanöver mit der Mittelspring. Eine Stunde später sind wir am Steg 12 in der Box fest.

Die Mitsegler sehen den Segeltag so:
Heute früh ist er wieder da, der Wind und es verspricht ein guter Segeltag zu werden, ist aber nach wie vor sehr wechselhaft, Ölzeug ist angeraten.
Wir passieren die Brücke 09:15 Uhr und raus geht´s in die Kieler Förde bei beeindruckend dichtem Containerschiffverkehr, dann hoch mit den Segeln und ab Richtung Heiligenhafen. Der Wind ist nicht so süd-östlich wie versprochen – es lebe der Wetterbericht – und nötigt uns zu kreuzen. Bei schnuckeligen 7 kn Fahrt kommen wir jedoch prima voran. Markus, der das erste Mal auf einem modernen Segelschiff ist, übt sich im Kurs halten am Wind. Das klappt mal gut mal mäßig. Da wir heute keine Höhe zu verschenken haben darf neben Bianka und Markus also auch der Autopilot ´ran.
Kurz vor Heiligenhafen kommt sogar die Sonne heraus und färbt die Ostsee türkis. Bei immer noch kräftigem Wind und leider wieder Regen machen wir gegen 18:00 fest. Die erste Aktion ist Bimini hoch, an Deck und im Trockenen schmeckt der Anleger besser.
Am Abend gibt es frischen Ostseefisch. Auch heute im letzten deutschen Hafen überlassen wir das Kochen und Abwaschen anderen, dann noch eine heiße Dusche, der Tag ist perfekt.


30.06.2007 
Lat 54° 18,9' N      Lon 010° 08,3' E
Beginn der Segelreise nach Stockholm
Zwischen den einzelnen Schauern trifft die dreiköpfige Crew auf der Anthana ein, alles in allem sind eine Frau und drei Männer an Bord. Zwei Wochen soll es Richtung Stockholm gehen, inklusive Erkundung der schwedischen Schären.
Nach der üblichen Proviant- Bunkerei stellt sich die Frage: Heute noch die 7sm nach Laboe oder nicht? Der Wind gebärdet sich stark böig- und das auch in der Hörn. Da es ohnehin spät werden würde und wir dann die Nacht mit einem bei diesem Wind ungünstigen Schwell verbringen müssten, entscheiden wir uns für´s Bleiben und dampfen ab Richtung Tapa-Bar - des Skippers bessere Hälfte begleitet uns - wo der erste Abend lecker ausklingt.
Zurück an Bord der Anthana sitzen wir noch an Deck bei fast wolkenfreiem Himmel, Blick auf die Venus – und so gut wie keinem Wind. Tja, soviel zu ungünstigem Schwell… Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...


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